Das Wanderruderjahr des Rostocker Ruder-Clubs

Der Rostocker Ruderclubs hat sich mit seinem niveauvollem Wanderruderprogramm an der Spitze der Vereine Mecklenburg-Vorpommerns etabliert. Ausdruck dafür war auch der Gewinn des Landerwanderruderpokals für 2015. Zweimal wurde 2016 in den Niederlanden gerudert sowie in Neuruppin und Mölln.
Dazu kamen viele Fahrten auf der heimischen Warnow u.a. mit der traditionellen Feuerzangenbowlen-Fahrt zum Schnatermann.
All diese Aktivitäten der Breitensportler münden in die Erfüllung des Fahrtenwettbewerbs des Deutschen Ruderverbandes sowie der Landesruderverbandes Mecklenburg-Vorpommerns.

Im Folgenden sind die Erfüller des Rostocker Ruder-Clubs genannt.

Zum 51. Mal: Wolfgang Krutzke
Zum 8. Mal: Gerhard Tonn
Zum 6. Mal: Hans Druckrey
Zum 4. Mal: Rosemarie Langhammer
Zum 3. Mal: Frank Zimmermann
Zum 2. Mal: Tim Jakobs, Andre Oemcke, Gerhard Sapper, Peter Seyer
Zum 1. Mal: Ricarda Dehmel, Erik Wessel-Schulz, Marten Gering, Willi Holz, Jenniffer Ohm, Fabian Reimers, Luca Falb

Ricarda auf dem Giethornschen Meer - Overijssel (Foto: G. Sapper)

Ricarda auf dem Giethornschen Meer – Overijssel (Foto: G. Sapper)

Dazu kommen die Erfüllungen unserer Mitglieder in anderen Vereinen: Lars Süßenbach (9. Mal in Lehnin), Wolfgang Kattwinkel (3. Mal in Kiel), Mathilda Kitzmann (5. Mal beim ORC), Paula Jamski (4. Mal beim ORC), Philip Jürß, Helen Kath, Angelique Oortgiese (alle 3. Mal beim ORC), Emily Nehls (1. Mal beim ORC)
Die Erfüller bzw. Erfüllerinnen des Landeswettberbs 2015 heißen: Ute Günther, Dagmar Haase, Peter Hagge, Axel Heinrich, Peter Lange, Heiko Murek, Thomas Raab, Bernhard Radder, Helga Rollenhagen, Ellen Schönfeld, Lars Süßenbach, Tatjana Zahn und Axel Zimmermann
Also auf nach 2017, wo die Berliner Gewässer und wieder die Niederlande im Plan stehen.
Text: Wolfgang Krutzke

Erfolgreicher Auftakt in die Wintersaison

Alljährlich lädt der Bundestrainer alle Kadersportler zum Ergotest und zur Langstreckenregatta am ersten Adventwochenende nach Dortmund für eine erste Standortbestimmung vor der Wintersaison ein.
Julia Leiding hatte in den vergangenen Monaten ihren Fokus auf die Fortsetzung ihres Studiums gelegt. Doch schon am Samstag beim 2000m- Ergometer-Test verpasste sie ihre persönliche Bestzeit nur um 1,5 s und zeigte sich mit dem Ergebnis zu einem frühen Zeitpunkt in der Saison zufrieden.
Am Sonntag musste die 6000m-Distanz auf dem Dortmunder Kanal im Einer absolviert werden. Mit einer großen Portion Selbstvertrauen ging Julia die erste Streckenhälfte an und konnte so bereits auf die vor ihr gestartet Konkurrenz auffahren. Auf der zweiten Streckenhälfte konnte sie den Vorsprung verwalten und sich im Ziel über den Sieg freuen.

Text: C. Leiding
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Arbeitseinsatz zum Start in die Wintersaison

Am Samstag kamen wieder viele fleißige Hände zusammen und haben das Gelände des Rostocker Ruderclubs winterfest gemacht. Bei eisigen Temperaturen begannen die ersten starken Männer den Steg aus dem Wasser zu holen. Außerdem wurde Anhänger und Motorboote in die Halle geholt und gegen das viele Laub gekämpft.
Vielen Dank an die vielen Helfer!

Das RRC Bootshaus nach dem Arbeitseinsatz (Foto: Köster)

Das RRC Bootshaus nach dem Arbeitseinsatz (Foto: Köster)

Abschlußfahrten für das Jahr 2016 im Rostocker Revier

Die letzten Fahrten der Wanderruderer des Rostocker Ruderclubs im Jahr 2016 fanden traditionell im Rostocker Revier statt.
Am 31.10. fuhren zwei Boote nach Schmarl. Auf Höhe der Hafenfeuerwehr wurde umgekehrt und am Steg des SV Breitling die Pause gemacht. Es war kühl, aber trocken und windstill.

Bei Windstille und glattem Wasser ging es auf die letzten Wanderfahrten für dieses Jahr (Foto: Druckrey)

Bei Windstille und glattem Wasser ging es auf die letzten Wanderfahrten für dieses Jahr (Foto: Druckrey)


Am Ende der Fahrt servierte Dagmar eine wunderbare Kürbissuppe. Danke dafür.
Am 5.11. gingen die zwei in Kessin liegenden Boote auf der Warnow auf Fahrt. Der einsetzende Regen wurde ignoriert und unter den Dächern des Rastplatzes Papendorf eine Grog gereicht. So wurde erwärmt die Rückfahrt zum ORC Steg geschafft.
Pause mit Blick über die Warnow (Foto: Druckrey)

Pause mit Blick über die Warnow (Foto: Druckrey)

Rostocker siegen beim FARI-Cup

Der FARI-Cup ist seit Jahren eine der letzten Regatten der Saison, und zugleich auch eine der bestbesuchten Langstrecken in Deutschland. In diesem Jahr konnte mit fast 1300 Teilnehmern ein Rekord-Meldeergebnis erzielt werden. Am Morgen des 5.11. machte sich eine Gruppe aus Ruderern von Hochschulsport, HSG und RRC auf den Weg nach Hamburg. Nach der Ankunft wurde bei regnerischem und kühlen Wetter das Material vorbereitet. Zunächst starteten die Männer-Gigvierer. Die Mannschaft um Martin Nüssel, Daniel Harnack und Lars Süßenbach (alle RRC) sowei Friedrich Rixen und Steuerfrau Wiebke Grünhagen konnte einen starken 8. Platz von 13 Booten erzielen.

Wiebke Grünhagen, Lars Süßenbach, Martin Nüssel, Friedrich Rixen, Daniel Harnack (Foto: Maarck)

Wiebke Grünhagen, Lars Süßenbach, Martin Nüssel, Friedrich Rixen, Daniel Harnack (Foto: Maarck)


Für das zweite Männerboot lief es sogar noch besser. Marten Maack (RRC), Moritz Scharnhölz (HSG) sowie die Sportfreunde von der Greifswalder Hilda Yorck Wittkuhn und Carl-Christoph Ramm und Steuerfrau Johanna Zech (RRC) konnten sich gegen ein starkes Teilnehmerfeld durchsetzen, und als schnellster 4er der Regatta den ersten Platz belegen. Schlagmann Yorck führte die Mannschaft souverän an, und Johanna holte alles aus ihrem Team raus.
Yorck Wittkuhn, Moritz Scharnhölz, Carl-Christoph Ramm, Marten Maack (Foto: Maarck)

Yorck Wittkuhn, Moritz Scharnhölz, Carl-Christoph Ramm, Marten Maack (Foto: Maarck)


Nach den Männern waren die Frauen im Gig4x+ am Start. Auch hier konnte eine tolle Platzierung errungen werden. Ann Dominique Scheiber, Gina Neureither, Telse Strahl (alle RRC), Jana Burkhardt und Steuerfrau Kristin Emmrich errangen einen 3. Platz unter 6 teilnehmenden Mannschaften. Als letzte Rostocker Mannschaft ging der Gig8x+ auf die Langstrecke. Durch eine kurzfristige Absage rückte ein kaum rudererfahrener Ersatzmann nach. Trotzdem konnten Daniel Türks, Peer Johanson, Olaf Schwittlick, Christian Fietz, Andreas Borgwardt (alle HSG), Tino Kitzmann, Axel Zimmermann sowie Steuerfrau Rosi-Langhammer (alle 3 RRC) die Konkurrenz auf Distanz halten und sich gegen die Gegner aus Preetz durchsetzen.
Die erfolgreichen Ruderer sind sichtlich durchnässt, aber glücklich (Foto: Maarck)

Die erfolgreichen Ruderer sind sichtlich durchnässt, aber glücklich (Foto: Maarck)


Alle vier Mannschaften waren sehr zufrieden mit den erzielten Ergebnissen. Und so konnte nach dem Verladen der Boote das eine oder andere Siegerbier getrunken werden.

Abrudern 2016

Das Abrudern des Rostocker Ruderclubs fand dieses Jahr am Sonnabend, 29.10.2016 statt. Und wie oft zu dieser Jahreszeit kann das Wetter schon manchmal ungemütlich sein. Zwar hatten wir mit der Sonne Glück, aber dafür schob der Wind doch einige Wellen auf, die gemeistert werden mussten. Wie man das auch in einem Einer macht zeigte Paul Heinrich nach der Taufe seines Bootes „Chinguij??“ bei der Ausfahrt dann den Kindern, die sich noch einiges abgucken konnten.

Vom kühlen Nass blieb auch beim Boote hochnehmen niemand verschont (Foto: Kitzmann)

Vom kühlen Nass blieb auch beim Boote hochnehmen niemand verschont (Foto: Kitzmann)


Neben der Seniorensportgruppe waren auch die Wanderruderer und die Studenten mit einem Achter dabei. So dass vier Vierer, ein Achter, zwei Zweier und ein Einer auf der bewegten Warnow zu sehen waren. Es wurden also noch einmal Ruderkilometer gesammelt, so dass noch einige mehr zu dem bisher schon besten Jahresergebnis von 38414km des Vereines hinzukamen.
Die Männer waren im Achter unterwegs (Foto: Kitzmann)

Die Männer waren im Achter unterwegs (Foto: Kitzmann)


Nachdem alle wieder an Land waren, trocken und mit Kaffee oder Kakao versorgt, wurden die erfolgreichsten Sportler des Jahres geehrt. Angefangen vom Leistungsbereich mit Julia Leiding, über die Studentengruppen um Marten Maack bis zu den Kindern, die beim Bundeswettbewerb in Salzgitter sehr erfolgreich unterwegs waren.
Erwähnt werden muss aber auch die Auszeichnung unseres Vereines mit dem Landeswanderruderpokal für das Jahr 2015. Viele Ruderkameraden konnten das Wanderruderabzeichen für das Jahr 2015 in Empfang nehmen. So viel, wie noch nie zuvor!
Es war schön alle Bereiche des Vereines mit Ihren verschiedenen Interessen am Rudersport gemeinsam in der Runde zu sehen und Kuchen und Kaffee zu geniessen. Jetzt heißt es also wieder Kraft im Winter zu sammeln, um im nächsten Jahr wieder viele gemeinsame Kilometer auf dem Wasser beim Wander-, Fitness- oder Wettkampfrudern zu erleben.
Auch die Leistungssportler hatten mit den Wellen zu kämpfen (Foto: Kitzmann)

Auch die Leistungssportler hatten mit den Wellen zu kämpfen (Foto: Kitzmann)

Text: Kitzmann

Sportlerehrung des Landesruderverbandes M/V

Die Sportlerehrung des Landesruderverbandes M/V fand am 21.10.2016 statt. Neben den erfolgreichen Sportlern und Trainern waren der Einladung Vertreter aus der Politik, des Sports und Sponsoren gefolgt. Es wurden die WM-Teilnehmer der Altersklassen U17 –U23, die Olympiateilnehmer und die Trainer durch den LRV Präsidenten Christian Lossmann geehrt. Der Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock bedankte sich für die gezeigten Leistungen und die damit verbundenen positive Ausstrahlung für die Hansestadt. Er sicherte zu, dass die Stadt den Sport auch in 2017 bestmöglich unterstützen wird. Aus unserem Verein wurde Julia Leiding für die U23 WM-Teilnahme im Doppelzweier und für den Studentenweltmeistertitel in Einer geehrt.

Nach der Ehrung konnte Julia „ihren“ neuen Empacher Doppelzweier auf den Namen „Wirbelsturm“ taufen. Sie bedankte sich bei allen Unterstützern, die sich an der Finanzierung des Bootes beteiligt haben: Landessportbund, OSPA, den Sponsoren Paul Spiller Immobilien und Hausverwaltung, H. N. Krane GmbH, und Fa. Hadaschik und dem Landesruderverband.

Julia bei der Taufe des Doppelzweiers "Wirbelsturm" (Foto: U.Guenther/GRC)

Julia bei der Taufe des Doppelzweiers „Wirbelsturm“ (Foto: U.Guenther/GRC)

Unser langjähriger Landestrainer Hans-Joachim Lück beendet zum Jahresende seine berufliche Tätigkeit. In einer emotionalen Rede bedankte sich Hannelore Wienrich für seine langjährige und sehr erfolgreiche Tätigkeit für den Rudersport in unserem Land.

Diese Veranstaltung wurde auch zu Anlass genommen, den Landeswanderruderpokal 2015 an den Sieger den Rostocker Ruder-Club zu übergeben. Wir bedanken uns bei Wolfgang Krutzke für die Organisation der vielen Wanderfahrten ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Der Pokal fördert das Wanderrudern in unserem Bundesland und fasst für die Vereine drei Elemente zusammen:

Anzahl der Teilnehmer am Landeswanderrudertreffen
Anzahl der Erfüllungen des Landeswanderruderwettbewerbs
Anzahl der Erfüllungen der DRV-Fahrtenabzeichens

Die drei Elemente werden in Punkte umgesetzt und ergeben eine Reihung. Eine Besonderheit ist, dass der Pokalsieger im folgenden Jahr mit Null Punkten beginnt während alle anderen ihre Punkte behalten. Daraus folgt, das der Rostocker Ruderclub für 2016 diesen Pokal nicht gewinnen kann. Der Pokal wurde das erste Mal für die Leistungen des Jahres 2003 vergeben. Die bisherigen Pokalgewinner sind:

2003 : Anklamer Ruderklub
2004 : Schweriner Rudergesellschaft
und Stralsunder Ruder-Club
2005 : Anklamer Ruderklub
2006 : Schweriner Rudergesellschaft
2007 : Stralsunder Ruder-Club
2008 : Schweriner Rudergesellschaft
2009 : Anklamer Ruderklub
2010 : Mirower Ruderverein „Blau Weiß“
2011 : Schweriner Rudergesellschaft
2012 : Stralsunder Ruder-Club
2013 : Greifswalder Ruder-Club „Hilda“
2014 : Schweriner Rudergesellschaft
2015 : Rostocker Ruderclub

Die Zahl der DRV-Fahrtenabzeichen im Land stieg in diesem Zeitraum von ca. 50 auf über 100, damit war die Förderung durch die Pokalausschreibung erfolgreich.

landeswanderruderpokal-2016

Text: Wolfgang Krutzke

Bericht über eine andere Form des Wanderruderns

Die Fahrt fand in Westfriesland, genauer im Friesland hinter dem Lauwersmeer, der heutigen Provinz Fryslân der Niederlande, statt. Frieslands höchste Erhebung ist ein Berg von 27 m Höhe und die tiefste Stelle 2 Meter unter dem Meeresspiegel.

Die Fahrt begann in Leeuwarden, der Hauptstadt der Provinz und endete in Steenwijk einer Stadt in der Provinz Overijssel. Nach Steenwijk erfolgte die Anreise der Wanderruderer aus vier Vereinen mit dem Auto und anschließend wurde mit der Bahn nach Leeuwarden gefahren. Hier holte uns Jaap Maks, der Vermittler der Fahrt vom Bahnhof ab und nach 5 Minuten erreichten wir das Schiff „Carpe Diem“, einen alten 114-Tonnen-Frachter, der nun schon 10 Jahre als Hotelschiff fährt.

Die „Carpe Diem“ am Liegeplatz im Leeuwarden (Foto: G. Sapper)

Die „Carpe Diem“ am Liegeplatz im Leeuwarden (Foto: G. Sapper)


Erste Einweisung gab in der Messe und danach wurden die Kojen geentert. Statt eines ersten Stadtrundgangs wurden erstmal die Getränke getestet und so der Anreisetag beendet. Essen und Schlafen an einer Stelle und das jeden Tag an einem anderen Ort. Die Ruderboote, zwei Werrys (Doppelzweier mir zwei Steuerleuten) und ein Zweier ohne gehörten zum Schiff und wurde nach dem ersten Frühstück ins Wasser gekrant. Wir verabschiedeten und morgens am Schiff und mussten es abends wieder finden, weil es immer andere Strecken fuhr als die Ruderer.

Die Tour begann mit einer Rundfahrt durch Leeuwarden und bei der ersten Pause wurde festgestellt, dass wir auf dem van Haximakanal falsch waren und so wieder zurück zur letzten Kanalkreuzung und dann zur Sneeker Trekvaart rudern mussten. Friesland ist der am dünnsten besiedelte Teil der Niederlande und so kam ein Campingplatz viel zu früh und dann kaum noch ein zur Pause geeigneter Platz. So fragten wir einen Privatmann nahe Mantgum, ob wird auf seinem Anwesen pausieren dürften und bekamen positiven Bescheid. Der Hausherr überließ uns die gartenmöbel. Er hatte kein Museum, aber er zeigte uns ein Zimmer, das 150 Jahre nicht verändert worden war.

Doppelzweier mit Steuermann auf dem Kanal (Foto: G. Sapper)

Doppelzweier mit Steuermann auf dem Kanal (Foto: G. Sapper)


Die Strecke nach Sneek zog sich, aber das Schiff am Somerrak wurde gefunden. Die Ankunftszeit von 17.00 Uhr wurde nicht erreicht. Kein Problem, die Küche stellte sich darauf ein und verschob das Abendbrot. So konnte erst Kaffee getrunken werden und dann sich in den beiden Duschen an Bord frisch gemacht werden. Das Abendbrot, vorzüglich von Imma, der Frau des Skippers Nico van Baalen angerichtet, wurde mit Appetit verspeist und dann in verschiedenen Formen die Freizeit bis zum Schlafen verbracht.

Am Sonnabendmorgen war nach dem Frühstück Zeit für einen Stadtrundgang. Danach wurde gerudert. Als erstes wurde das Waterport, ein mittelalterliches Wassertor, besucht, dann zurück zur Wâldfeart und nach 2 Kilometer war Sneek, friesisch Snits, zu Ende. An der Fähre Pondijk war ein schöner Rastplatz aber kein Fährkrug, der als Pausenplatz diente. Auch an diesem Tag war nichts mit Gaststätten auf dem Weg. Die einzige in Boornzwaag war geschlossen. So ging es durch Scharsterbrug und einer Pause im Hafen am Molesleat zum Tjeukemeer. Das Tjeukemeer unser größter See der Fahrt musste durchrudert werden bevor am der Südseite Echternenbrug und damit das Schiff erreicht wurde.

Hier waren wir in fast freier Landschaft. Der Hilfsdiesel musste Strom erzeugen, denn Landstrom gab es nicht. Hier wurde von der Mannschaft der Jucucci, ein Wirlpool an Deck, in Nutzung genommen und ergab eine angenehme Entspannung. Da Sightseeing nicht möglich war und ein Gewitter zu Besuch kam, wurde der Rest des Abends in der Messe verbracht.

Am dritten Tag ruderten wir zu Beginn auf dem Pier Christiaanssleat und dem De Tjonger of Kuunder und wir kamen langsam an die Grenze der Provinz Overijssel. In Slijkenburg wurde sie passiert. Zum Mittag erreichten wir die einzige Schleuse der Fahrt an der Einfahrt des Flüsschens Linde. Hier befand sich ein Eiscafe, in dem die Gäste gut verpflegt wurden. Während der Mittagspause kam ein Schauer herunter und auch auf dem Rest der Ruderstrecke gab es ein paar Tropfen von oben. Die Landschaft war wie schon gewohnt: flach und grün. Das Schiff lag in Ossenzijl am Rande des Weriben-Nationalparks. Dieser Nationalpark wurde am deutschen Nationalfeiertag durchrudert. Unberührte Natur – Fehlanzeige. Auch hier Viehwirtschaft und Anwesen für die Freizeit. Mittag war in Blokzijl, heute eine Kleinstadt mitten im Land. Historisch lag Blockzijl am Ijsselmeer und war eine Handelstadt zur Nordsee hin.

Nach 14 Kilometer ging die Ruderfahrt im Industriehafen von Steenwijk zu Ende. Die Boote wurden an Bord genommen und geputzt. Eine Wanderfahrt mit einer für die Miederlande neuartigen Konstellation ging zu Ende. Die Heimfahrt wurde dann nach dem Frühstück angetreten.

Dank an unsere holländischen Gastgeber.

Text: Wolfgang Krutzke

Heute in der Ostseezeitung: Studium und Leistungssport: Keine leichte Kombi

Julia Leiding zeigt ihre Goldmedaille (Foto: Paulina Rabe)

Julia Leiding zeigt ihre Goldmedaille (Foto: Ostseezeitung/Paulina Rabe)

Der Traum von Olympia ist geplatzt. Doch nun hat Julia Leiding neue Motivation: Die Lehramtsstudentin hat ihren ersten Weltmeistertitel gewonnen. Vor knapp zwei Wochen nahm die Sportlerin an der 14. Studentischen Weltmeisterschaft im Rudernteil –und das mit großem Erfolg. Der Weg dorthin war jedoch nicht immer leicht. Die Vereinbarung von Studium und Sport stellt sie vor einige Schwierigkeiten. Leidings Ruder-Karriere startete 2009 mit dem Beitritt in den Rostocker Ruderclub. „Vorher war Schwimmen meine Leidenschaft“, erzählt die 22-Jährige. Dochdarauf hatte Leiding irgendwann keine Lust mehr. Sie wechselte den Sport und kam sofort erstaunlich gut klar. „Seitdem rudere ich.“ Mindestens zwei Mal am Tag trainiert die angehende Grundschullehrerin. Wie lässt sich solch ein Trainingspensum mit dem Studium vereinbaren? „Es ist anspruchsvoll. Ich bin recht blauäugig an diese Doppelbelastung herangegangen“, erzählt Leiding. In der Schule sei ihr stets alles zugeflogen. „ Ich dachte, in der Uni sei dies ähnlich.“ Ein Irrtum: Schnell musste die 22-Jährige feststellen, dass sie kaum Zeit für ihre lernintensiven Fächer hatte. „Hinzu kommt, dass ich durch Wettkämpfe häufiger in Veranstaltungen fehle.“ Eine Kooperation zwischen der Universität und dem Olympiastützpunkt in Rostock ermögliche es Leiding und anderen Leistungssportlern jedoch, häufiger als die erlaubten zwei Mal zu fehlen. „Bis zu fünf Mal ist okay.“ Dies erleichtere einiges. Generell zeige ein Großteil der Dozenten Verständnis für die sportliche Aktivität und versuche, diese soweit es geht zu unterstützen. „Toll wäre es nur, wenn es noch einen direkten Ansprechpartner an der Uni für solche Angelegenheiten geben würde“, sagt die 22-Jährige. Die beste Unterstützung seien jedoch ohnehin ihre Eltern. Vergangenes Wintersemester beantragte Leiding ein Urlaubssemester. Es ging für sie ins olympische Trainingslager. „Zu dieser Zeit war ich sehr viel unterwegs und über Wochen hinweg angespannt. Da fehlte mir meine Familie sehr.“ Als der Traum von Olympia in Köln platzte, waren Leidings Eltern ihre wichtigste Stütze. „Ich bin sehr ehrgeizig. Dementsprechend frustriert war ich nach dem Ausscheiden.“ Ebenso enttäuscht war die Studentin, als sie im August bei den U23-Weltmeisterschaften in Rotterdam im Frauendoppelzweier nur den fünften Platz holte. „Wir hatten uns einfach mehr erhofft.“ In die Studenten-Weltmeisterschaft in Polen startete Leiding deshalb ohne Erwartungen. „Ich wollte einfach neue Dinge ausprobieren, wie auf den ersten 1000 Metern schnell zu fahren.“ Und das klappte. „Schon nach 300 Metern merkte ich, dass ich vorne lag. Daswar ein sehr schönes Gefühl.“ Der Sieg gibt Leiding Hoffnung für die nächste Saison im Frühjahr. „Ich trainiere weiterhin hart.“ In Zukunft will sie dafür die Uni entspannter angehen. „Ich schaffe mein Studium sowieso nicht mehr in Regelstudienzeit.“ In zweiMonaten stehe erst einmal ihr Auszug aus dem Elternhaus an. „Mit 22 wird es Zeit“, so die Studentin. Vor Kurzem habe Leiding sich außerdemeinen neuenDoppelzweier angeschafft. Eine wichtige Rolle dabei spielten Leidings Verein und ihr Sponsor, die Ostseesparkasse. „Ohne finanzielle Hilfe wäre Vieles in meiner bisherigen Laufbahn nicht möglich gewesen.“

Quelle: Paulina Rabe/Ostseezeitung

Hier gibt noch einen Link und ein pdf von dem Artikel